KIM-Studie 2018
Kindheit, Internet, Medien - Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger in Deutschland

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest liefert seit 20 Jahren mit den Studienreihen KIM (Kinder + Medien, Computer + Internet) und JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) regelmäßig aktuelle Daten über die Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Im Mai 2019 erschien die neue KIM-Studie 2018.

“Für die KIM-Studie 2018 wurden 1.231 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren und deren Haupterzieher in ganz Deutschland von Mai bis Juni 2018 befragt.“ “Neben der Erfassung der Basisdaten, wie Dauer und Häufigkeit der Mediennutzung, der Haushaltsausstattung und dem Freizeitverhalten, werden die Nutzung von Smartphone und Internet ausführlich analysiert. Ein Schwerpunkt der KIM-Studie 2018 liegt in der Betrachtung der Bewegtbildnutzung, also wie in der Familie – gemeinsam oder allein – lineares Fernsehen sowie Serien, Filme und Sendungen im Internet genutzt werden.“(S. 2)

“Fast alle Kinder (98 %) haben potentiell die Möglichkeit, zuhause das Internet zu nutzen. Gut zwei Drittel aller Sechs- bis 13-Jährigen zählen nach eigenen Angaben zu den Internetnutzern. Bei den Sechs- bis Siebenjährigen nutzt gut ein Drittel zumindest selten das Internet, im Alter von acht bis neun Jahren sind knapp drei von fünf Kindern online. Mit zehn bis elf Jahren zählen vier von fünf Kindern zu den Internetnutzern und bei den Zwölf- bis 13-Jährigen nehmen mit 94 Prozent fast alle Kinder Online-Dienste in Anspruch.

Bei der Betrachtung der regelmäßigen (mind. einmal pro Woche ausgeübten) Tätigkeiten im Internet sind die Recherche über Suchmaschinen (65 %), das Verschicken von WhatsApp-Nachrichten (62 %) und YouTube-Videos (56 %) die meistgenannten Beschäftigungen der Internetnutzer. Ein knappes Drittel hört über das Internet regelmäßig Musik. Im Laufe einer Woche nutzt jeweils jeder Vierte Facebook oder Wikipedia bzw. verschickt E-Mails. Ein Fünftel (21 %) ist mindestens wöchentlicher Snapchat-Nutzer, 17 Prozent nutzen regelmäßig Instagram. Fernsehsendungen werden von 16 Prozent über das Internet angesehen, zwölf Prozent nutzen Musical.ly (jetzt TikTok). Die Nutzung von Social Media-Angeboten ist vor allem für ältere Kinder relevant. Eine zentrale Bedeutung im Alltag nimmt WhatsApp ein. Dies betrifft vor allem Kinder ab zehn Jahren, hier nutzen 73 Prozent der Zehn- bis Elfjährigen und 83 Prozent der zwölf- bis 13-jährigen Internetnutzer täglich WhatsApp (6-7 Jahre: 17 %, 8-9 Jahre: 36 %). Insgesamt betrachtet - bezogen auf alle befragten Kinder - gibt damit jedes dritte Kind an, diesen Messenger jeden oder fast jeden Tag zu nutzen.

Die Nutzung von Medien spielt nicht nur in der Freizeit eine Rolle. Auch in der Schule kom-men digitale Geräte zum Einsatz, allerdings passiert dies derzeit noch sehr punktuell. Etwa je-der dritte Schüler verwendet im Unterricht zumindest einmal pro Wocheeinen klassischen Computer (31%). Mobile Geräte wie ein Handy oder Smartphone (16%) sowie Notebooks oder Laptops (15%) werden noch seltener eingesetzt. Bei jedem zehnten Schüler (11%) kommt zumindest einmal pro Woche ein Whiteboard zum Einsatz. Auch sind derzeit Tablet-klassen noch die Ausnahme, nach Angaben der befragten Schulkinder werden im Laufe einer Woche Tablets nur bei acht Prozent der Schüler im Unterricht verwendet.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse der KIM-Studie 2018, dass der mediale Alltag der Grundschüler trotz hoher Dynamik der Medienwelt insgesamt im Großen und Ganzen von hoher Stabili-tät gekennzeichnet ist. Neue Angebotsformen und Verbreitungswege von Bewegtbild oder sich bei Jugendlichen dynamisch entwickelnde SocialMedia-Plattformen sind meist erst für ältere Kinder relevant. Insgesamt bildet das Fernsehen noch immer die stärkste Säule im Medienalltag, onlinebasierte Bewegtbildnutzung (z. B. YouTube) gewinnt an Bedeutung. Vor allem ab etwa zehn Jahren nimmt die Nutzung von Streaming-Angeboten deutlich zu, gleiches gilt für Social Media und Messengerdienste.“ ( Pressemitteilung vom 17.05.2019)

Die gesamte Studie kann als PDF-Datei kostenfrei heruntergeladen werden.