FIM-Studie 2016 Familie, Interaktion, Medien
Untersuchung zur Kommunikation und Mediennutzung in Familienn

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest liefert seit fast 20 Jahren mit den Studienreihen KIM (Kinder + Medien, Computer + Internet) und JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) regelmäßig aktuelle Daten über die Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Für 2012 und 2014 legte er mit der http://www.mpfs.de/studien/minikim-studie/2014/ miniKIM-Studie auch Basisdaten zur Mediennutzung von Kindern im Alter zwischen 2 und 5 Jahren vor. Die FIM-Studie (Familie, Interaktion und Medien) 2011 hatte ich damals als “weitere Pflichtlektüre für Medienpädagogen/innen“ bewertet. Seit Mitte Februar 2018 ist endlich die Folgestudie 2016 zugänglich, die ich ebenso bewerte. Sie kann als PDF-Datei kostenfrei heruntergeladen werden.

Erneut wurden alle Haushaltsmitglieder der laut MPFS für die ca. 18 Millionen deutschsprachigen Haushalte mit einem oder mehreren Kindern zwischen drei und 19 Jahren repräsentativen Stichprobe (284 Familien) befragt. Mit einer Teilstichprobe wurde ergänzend eine Tagesablauferhebung mit Tagebüchern durchgeführt.

Die Studie liefert wichtige Informationen zu den Fragebereichen
  • “Qualität, Inhalte und Formen der innerfamiliären Kommunikation
  • Vorhandensein von kommunikativen Verhaltensmustern innerhalb der Familie
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Generationen bei der Mediennutzung
  • Bedeutung von Medientechnik und Medieninhalten im familiären Gefüge“

Einige Zitate:

  • "Im Medienalltag der Kinder im Vorschulalter (n=105) spielt eindeutig das Fernsehen die größte Rolle: Drei von vier Kindern zwischen drei und fünf Jahren sehen regelmäßig fern. Jeweils 63 Prozent hören mindestens mehrmals pro Woche Musik oder schauen sich Bücher oder Comics an bzw. bekommen diese vorgelesen. Für ein Viertel der Kinder ist es eine regelmäßige Freizeitbeschäftigung, Fotos oder Videos auf dem Smartphone anzuschauen." (S.55)
  • "Sieben von zehn Kindern besitzen ein eigenes Mobiltelefon, jeweils knapp drei Fünftel der Kinder können vom eigenen Zimmer aus das Internet nutzen oder besitzen eine Spielkonsole. Knapp jedes zweite Kind zwischen sechs und 19 Jahren hat ein eigenes Radio oder einen eigenen Fernseher im Zimmer. MP3-Player/iPod und Computer/Laptop sind bei etwa einem Drittel im Eigen- besitz. Ein Viertel der Kinder besitzt ein eigenes Tablet." (S.81)
  • "... je höher die formale Bildung der Eltern, desto sicherer fühlen sich die Eltern in Sachen Medienerziehung. Entsprechend sieht sich dann jeder Fünfte unter den Eltern mit geringerer formaler Bildung weniger oder gar nicht gerüstet für Fragen der Medienerziehung." (S.72)
  • Medienerziehungskompetenz: “Vergleicht man die aktuellen Ergebnisse mit den Werten der FIM-Studie 2011 so schätzen sich die Eltern deutlich besser ein als noch vor fünf Jahren. Der Anteil derer, die sich als sehr kompetent betrachten, ist von 21 auf 31 Prozent gestiegen und während sich 2011 insgesamt 19 Prozent als wenig oder gar nicht kompetent einstufen, sind es aktuell nur noch 13 Prozent.“ S.73
  • “Über die Hälfte der Eltern (55%) schaut regelmäßig gemeinsam mit den Kindern zum Zeitpunkt der Ausstrahlung fern. Maximal jedes zwanzigste Elternteil schaut gemeinsam mit den Kindern Filme, Serien oder Videos zeitversetzt oder auf anderen Plattformen an.“ S.82
  • "Bei der Frage nach den Medienexperten in der Familie sind die Rollen klar verteilt. Väter sind die Spezialisten hinsichtlich technischer Aspekte. Mütter werden beim Thema Fernsehinhalte und zu Büchern am kompetentesten eingeschätzt. Beim Thema Computerspiele sind Kinder die Experten. Auch aus Sicht der Kinder werden – mit Ausnahme des Themas Computerspiele – die Erwachsenen als Medienexperten angesehen." S.82