Unternehmen "Emil"

4. Materialien und Medien

M1: Tipps für Lese-Detektive
M2/1: Im Neuen Westen (1928)
M2/2:Im Neuen Westen heute (1995)
M3: Ein Brief vom Professor
M4: Film-Schauplätze
M5: Fragen über Fragen
M6: Kinderfilm des Monats?!
M7/1: Unternehmen Emil" – Manuskript für einen Hör-Spaziergang 1
M7/2: Unternehmen Emil" – Manuskript für einen Hör-Spaziergang 2
M8: Bilder aus dem "Neuen Westen
M9: Tonkassette: "Unternehmen Emil (22 54431)
Weitere Medien zu Erich Kästners Werk

M1: Tipps für Lese-Detektive

Berlin-Wilmersdorf, Prager Straße 17
November 1929

Vor wenigen Wochen ist Erich Kästners Buch "Emil und die Detektive" erschienen. Einer seiner ersten jungen Leser schreibt ihm, dass er das Buch "knorkig" fände und dass er sich alle Sachen selbst angeguckt habe.
"Ist er nicht reizend, der kleine Kerl? Ist überall rumgelaufen und hat sich die Gegend, in der der 'Emil' spielt, genau angeschaut!" teilt Kästner seiner Mutter in einem Brief mit.

Wo kann der "Emil-Fan" unterwegs gewesen sein? In 'Emil' findest du dazu jede Menge Hinweise. Versuch einmal, wie ein Spurenleser Emils Wegen nachzugehen!
Am besten beginnst du mit dem Kapitel "Emil steigt an der falschen Station aus". Hier findest du die erste Spur!

Spur Textsteller Seitenzahl
1 ...... Der Zug hielt!
Emil schaute durchs Fenster und erblickte hoch über den Schienen ein Schild. Darauf stand: ZOOLOG. GARTEN. Die Türen flogen auf. Leute kletterten aus den Abteilen. Andere warteten schon und breiteten froh die Arme aus.
 

Notiere dir auf einem Extrablatt Schritt für Schritt alle "Spuren", die du im Buch entdecken kannst! Auf dem Kartenausschnitt "Im Neuen Westen" von 1928 kannst du sie dann genau markieren. Übrigens: Kannst du auf dem Straßenplan entdecken, wo Erich Kästner wohnte?

M2/1: Im Neuen Westen (1928)


Bild 10. Im Neuen Westen (1928)

M2/2:Im Neuen Westen heute (1995)


Bild 11. Im Neuen Westen (1995)

M3: Ein Brief vom Professor

Im Jahre 1931 kommt der Film "Emil und die Detektive" in die Kinos.
1935 erscheint Erich Kästners Buch "Emil und die Zwillinge", ein Fortsetzungsroman zu den "Detektiven". In diesem Buch wird auch an manchen Stellen der Film erwähnt. Zum Beispiel heißt es einmal in einem Brief, den der "Professor" an "Emil" schreibt, ganz am Schluß:

Lieber Emil! Ich sehe Deiner Antwort voller Spannung entgegen, grüsse Dich von meinen Eltern und von mir und bleibe immer Dein Theodor Haberland genannt Professor
Nota Bene: Vor ein paar Monaten, kurz nach meiner Erbschaft, wurde hier in Berlin der Emil-Film gedreht. Ich habe es mir angesehen. Es ist sehr seltsam, wenn eine wirkliche Geschichte plötzlich zu einem Film verarbeitet wird. Es ist ganz ähnlich, und es ist trotzdem ganz, ganz anders. Mein Vater sagt dasselbe, der Film soll bald herauskommen. Ich bin sehr gespannt. Du auch? Nochmals viele, viele Grüsse und antworte bald
Dein Professor.

Was meinst du?
Ist der Film ganz ähnlich und trotzdem g a n z anders?

M4: Film-Schauplätze

Der Film "Emil und die Detektive" ist nicht nur ein "Krimi". Er ist auch ein Film, der die Großstadt Berlin so zeigt, dass man sich das Leben in dieser Stadt vor ungefähr 70 Jahren gut vorstellen kann. Hier siehst du zwei "Film-Schauplätze" (Szenen).

Wo spielen die Handlungen und was geschieht dort gerade?


Bild 12. Filmszene


Bild 13. Filmszene

M5: Fragen über Fragen

Noch ein paar Fragen zum Film "Emil und die Detektive"!

1. An welche "Film-Schauplätze" erinnerst du dich ganz besonders?
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2. Welchen "Eindruck" hast du vom Leben in der Großstadt Berlin?
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3. Hättest du gern zu dieser Zeit in Berlin gelebt?
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4. Was meinst du?
Kann man sich solch eine Verfolgungsjagd, wie "Emil und die Detektive" sie erlebt haben, im Berlin von heute vorstellen?
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M6: Kinderfilm des Monats?!

Hier findest du eine unvollständige Inhaltsangabe zu dem Film "Emil und die Detektive"!

Emil und die Detektive (Deutschland 1931)
Regie: Gerhard Lamprecht
Drehbuch: Billy Wilder
74 Minuten, schwarz-weiß
empfohlen ab 7 Jahren

Emil Tischbein fährt mit der Eisenbahn zu seiner Großmutter und Pony Hütchen nach Berlin. 140 Mark hat ihm die Mutter gegeben, und Emil verspricht gut aufzupassen und das Geld nicht zu verlieren. Aber dann fallen ihm bei der Fahrt doch die Augen zu, und er wird von einem Mitreisenden bestohlen. Als der Zug im Bahnhof Zoo einfährt und der Dieb aussteigt, wacht Emil endlich auf und bemerkt den Verlust. Nichts wie hinterher – und am Bahnhof Friedrichstraße warten Pony Hütchen und die Großmutter vergebens auf Emil. Der beobachtet inzwischen, wie der Dieb das geklaute Geld in einer Konditorei anlegt und lernt dabei "Gustav mit der Hupe" kennen. ...

  1. Wie geht es im Film weiter? Schreib die Inhaltsangabe zu Ende!
  2. Wie beurteilst du den Film?

M7/1: Unternehmen Emil" – Manuskript für einen Hör-Spaziergang 1

Musik: Titelmusik (wird abgeblendet): Emil (MP3, 16,7 MB)
Sprecher: Unternehmen Emil – ein Hör-Spaziergang auf den Spuren von "Emil und den Detektiven"

(Pause)

Herzlich willkommen zu unserem Hör-Spaziergang mit Emil Tischbein und der Wilmersdorfer Landhausbande. Viele kleine und große Leute kennen Erich Kästners Buch "Emil und die Detektive" und wissen natürlich, dass es hauptsächlich in Berlin spielt.
Emil Tischbein fährt nämlich aus Neustadt mit 140 Mark in der Tasche nach Berlin. Die soll er seiner Großmutter bringen. Aber das Geld wird ihm auf der Eisenbahnfahrt gestohlen. Emil hat einen gewissen Herrn Grundeis in Verdacht, dessen besonderes Kennzeichnen: steifer Hut. Diesen Herrn Grundeis verfolgt Emil nun durch das damalige Berlin. Und all die Schauplätze, die von Erich Kästner im Buch beschrieben werden, hat es vor gut 70 Jahren tatsächlich gegeben.
Ob es sie vielleicht auch heute noch gibt?

Wir laden euch dazu ein, es auf unserem Hör-Spaziergang mit uns herauszufinden. Der Spaziergang ist ungefähr 2 ½ km lang und dauert etwa eine Stunde.

Originalton: Auf dem Bahnhof Zoologischer Garten
Sprecher: Emils Verfolgungsjagd beginnt am Bahnhof Zoologischer Garten. Emil sieht, wie der Mann mit dem steifen Hut in die Straßenbahn 177 steigt. Emil nichts wie hinterher – und damit beginnen seine Abenteuer in dem riesengroßen, fremden Berlin. Auch unser Spaziergang beginnt am Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin-Charlottenburg und führt uns über insgesamt sieben Tatorte zum Nollendorfplatz nach Schöneberg.
Musik: "Tatort-Thema"
Sprecher: Diese Musik zeigt euch, dass wir einen Tatort verlassen und euch den Weg zum nächsten Schauplatz beschreiben.
Originalton: Verkehr am Hardenbergplatz
Sprecher: Wenn man sich hier am Bahnhof Zoo mitten auf dem Hardenbergplatz umschaut, sieht man viele Autobusse und U-Bahn-Eingänge. Straßenbahnen sind aber nirgendwo zu entdecken. Klarer Fall, die gibt es hier seit gut dreißig Jahren schon nicht mehr. Also, wie kommen wir dahin, wo Emil und Herr Grundeis die Straßenbahn 177 verlassen?

Im Buch heißt es: "In der Trautenaustraße, Ecke Kaiserallee verließ der Mann mit dem steifen Hut die Straßenbahn."

M7/2: Unternehmen Emil" – Manuskript für einen Hör-Spaziergang 2

1. Tatort: Bundesallee/Trautenaustraße

Emil (MP3, 16,7 MB)

Sprecher: "Der Dieb ging am Vorderwagen vorbei, überquerte die Gleise und steuerte nach der anderen Seite der Straße", schreibt Kästner. Dann schritt er die Stufen zu einer Café-Terrasse hinauf. Café Josty soll es geheißen haben. Ein Café Josty gab es damals tatsächlich, aber das lag am Potsdamer Platz. Heute können wir hier kein Café entdecken. Links der Kreuzung steht ein braungelber Neubau. Rechts davon liegt eine große Tankstelle, davor ein Taxistand. Von den schönen, alten Häusern, die hier gestanden haben, ist nicht mehr viel zu sehen. Sie sind im Krieg zerstört worden, und an ihrer Stelle stehen jetzt neue Häuser. Wo die Straßenbahngleise lagen, sehen wir heute einen grünen Mittelstreifen mit zwei Baumreihen. Emil hat sich dann hier zwischen einem Zeitungskiosk und einer Litfaßsäule versteckt. Einen Zeitungskiosk entdeckt man nicht, aber auf der anderen Seite der Trautenaustraße steht wirklich eine Lißfaßsäule. Vielleicht hat Emil ja dort den berühmten Gustav mit der Hupe getroffen, der ihm bei seiner Verfolgungsjagd weiterhilft.

1. Hörszene: (Es hupt mehrmals)

Emil: Wer hat denn eben hinter mir gehupt?
Gustav: Na, Mensch ich natürlich – Gustav. Du bist wohl nicht aus Wilmersdorf; wie? Sonst wüsstest du längst, dass ich ‘ne Hupe in der Hosentasche habe. Ich bin nämlich bekannt wie ‘ne Missgeburt.
Sprecher: Von Emil erfährt Gustav dann die ganze Sache mit dem Dieb.
Gustav: Mensch, wenn du nischt dagegen hast, helfe ich dir.
Emil: Da wär ich dir kolossal dankbar! Wie wär denn das, wenn du noch ein paar Freunde herholst?
Gustav: Mensch, die Idee ist hervorragend! Ich brauche bloß mal durch die Höfe zu sausen und zu hupen, gleich ist der Laden voll. (Es hupt mehrmals)
Sprecher: Einige Zeit später ist Gustav dann mit zwei Dutzend Jungen zurück. Unter ihnen der Professor, der kleine Dienstag, Krummbiegel, Traugot, die Brüder Mittenzwey... und wie sie sonst noch alle heißen.
Emil: Es wäre gut, wenn wir einen Kriegsrat abhielten. Aber nicht hier. Das fällt zu sehr auf.

 

M8: Bilder aus dem "Neuen Westen

Bild 14. Bezirk Charlottenburg, Bahnhof Zoologischer Garten, um 1925
Bild 14. Bezirk Charlottenburg, Bahnhof Zoologischer Garten, um 1925

Bild 15. Bezirk Wilmersdorf, Kaiserallee/Ecke Trautenaustraße um 1925
Bild 15. Bezirk Wilmersdorf, Kaiserallee/Ecke Trautenaustraße um 1925

Bild 16. Bezirk Wilmersdorf, Nikolsburger Platz: der Gänselieselbrunnen, 1912
Bild 16. Bezirk Wilmersdorf, Nikolsburger Platz: der Gänselieselbrunnen, 1912

Bild 17. Bezirk Wilmersdorf, Prager Platz, um 1925
Bild 17. Bezirk Wilmersdorf, Prager Platz, um 1925

Bild 18. Bezirk Schöneberg, Viktoria-Luise-Platz, um 1920
Bild 18. Bezirk Schöneberg, Viktoria-Luise-Platz, um 1920

Bild 19. Bezirk Schöneberg, Nollendorfplatz, 1931
Bild 19. Bezirk Schöneberg, Nollendorfplatz, 1931

M9: Tonkassette: "Unternehmen Emil (22 54431)

  1. Inhalt der Tonkassette
     
    Emil (MP3, 16,7 MB)
     
    In Form eines "Hör-Spazierganges" wird man zu den Schauplätzen des Kinderbuches "Emil und die Detektive" geführt. Der "Hör-Spaziergang", der von Kindern für Kinder und Erwachsene produziert wurde, beginnt am Bahnhof Zoologischer Garten und führt weiter zum U-Bahnhof Güntzelstraße. Dort startet eine gut einstündige "Tour" auf den Spuren von Erich Kästners Detektivroman "Emil und die Detektive". Über sieben "Tatorte" geht es vom Nikolsburger Platz zum Nollendorfplatz. Hier endet die Tour, die Unterhaltsames aus dem "Emil" und Wissenswertes über Erich Kästners Leben und Werk bietet.
  2. Zur Verwendung der Tonkassette
    Für die Arbeit mit der Tonkassette ergeben sich folgende Möglichkeiten:
    • In einen "Walkman" eingelegt, kann sie von Kindern wie Erwachsenen selbstbestimmt genutzt werden, um sich zu den "Emil"-Schauplätzen führen zu lassen und um sich ein Bild von den Tatorten der Geschichte zu machen. Dies bietet sich vor allem für die Lehrerin/den Lehrer dann an, wenn man für seine Klasse eine Exkursion vorbereiten möchte. In diesem Zusammenhang kann man auch eine Reihe von Zusatzaufgaben entwickeln, die bei der folgenden "Litera-Tour" einer Klasse arbeitsteilig oder arbeitsgleich bearbeitet werden.
    • Während der Exkursion kann der "Hör-Spaziergang" von einer Arbeitsgruppe nicht nur als "Leitmedium" genutzt werden, sondern auch daraufhin untersucht werden, ob die dargestellten Sachverhalte (zum Beispiel: die Wegbeschreibungen) verständlich und korrekt sind.
    • Bei der Nachbereitung einer Exkursion kann das gezielte Abhören der Kassette zum Vergleich mit der "Spurensammlung" einer Klasse herangezogen werden.
    • So wie in der Umrißplanung beschrieben (vgl. 9.), kann der "Hör-Spaziergang" als Muster für die Produktion eines eigenen Hör-Stückes präsentiert und diskutiert werden. Nicht zuletzt kann die Anregung am Ende der "Tour" aufgenommen werden, sich andere "Schauplätze" (zum Beispiel: Schumannstraße, Bahnhof Friedrichstraße und Alexanderplatz) produktiv zu erschließen.

Weitere Medien zu Erich Kästners Werk

Der Spielfilm "Emil und die Detektive" (1931) ist im Verleih des LISUM unter folgenden Signaturen erhältlich:

  • Film (16 mm Lichtton) 32 53122 (72 Min.)
  • Videokassette (VHS) 42 51497 (75 Min.)
    Inhalt:
    Emil Tischbein, ein aufgeweckter Junge aus Neustadt, besucht in den Ferien seine Großmutter in Berlin. Ein raffinierter Trickbetrüger stiehlt ihm auf der Zugfahrt sein Taschengeld. Emil ist ratlos, doch mit Hilfe eines gewitzten gleichaltrigen Freundes kommt er dem Dieb auf die Spur. Dabei unterstützt ihn eine ganze Bande Berliner Gören. Spannende und abenteuerliche Unterhaltung nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Erich Kästner.
  • Tonkassetten / Schallplatten:
    • 22 53118 Kästner für Kinder
    • 22 53642 Die Konferenz der Tiere (Erich Kästner)
    • 27 50078 Erich Kästner liest Gedichte von Erich Kästner
    • 27 50085 Hans Söhnker liest Erich Kästner / Heiter und besinnlich
    • 27 50388 Kästner für Zuhörer
    • 27 50389 Gisela May singt Erich Kästner
    27 50509 Ernst Busch singt und spricht Texte von Erich Kästner
  • Videokassetten (VHS)
    • 42 50519 Pünktchen und Anton (90 Min.)
    • 42 51509 Das doppelte Lottchen (103 Min.)
    • 42 51619 Das fliegende Klassenzimmer (92 Min.)


Weiter zu:  5. Anmerkungen und Literatur